Plastik im Fernsehen

Wer es noch nicht mitbekommen hat: es ist wirklich Thema.

Geht man zum Beispiel auf die -> ARD Mediathek im Internet und gibt das Suchwort “Plastik” ein, kommen 300 Beiträge. Ich hab’ die jetzt nicht alle durchgeklickt, aber die ersten Seiten sind relativ sichere Treffer zum Thema.

Hier kann man zum Beispiel nachträglich -> Quarks & Co: Plastik – Fluch oder Segen? online ansehen, der Beitrag ist allerdings schon fast vier Jahre alt (trotzdem: gut gemacht).

Etwas jünger, von 2013, kann man noch diesen Beitrag sehen, in dem auch Michael Braungart zu Wort kommt: -> kontrovers: Wie Plastik Gesundheit und Umwelt zerstört

Wer sich mal anschauen will, wie sich Plastik im Meer so verteilt, setze -> hier ein Quietscheentchen ins Wasser.

Ahoi.

Geheimnisvolle blaue Ringe

Ist euch das schon aufgefallen? Manche Schraubverschlussdeckel von Vorratsgläsern haben innen am Rand so einen blauen Ring. Auf manchen steht außen auch noch was drauf. “PVC-freier Verschluss” zum Beispiel. Das heißt, es gibt auch Verschlüsse mit PVC?
Was man immer alles nicht wissen kann…

Es ist nun viel einfacher, was über die neuen PVC-freien Verschlüsse zu finden als über die alten (zum Teil immer noch verwendeten? Oder wie?) mit PVC. PVC (oder “Vinyl”) an sich ist ein Kunststoff, der ohne Zugabe von Weichmachern hart ist. Das kennt man als Hart-PVC zum Beispiel von Rohrleitungen. Der Unterschied zwischen so ner Rohrleitung und dem Hallenboden in der Turnhalle zum Beispiel sind etliche Weichmacher. Dazu habe ich unterschiedliche Angaben gefunden: manche Quellen sagen, PVC besteht zwischen 5 und 25% aus Weichmachern. Andere, eher 30-35%. Weiß ich nicht. Vielleicht gibt es für verschiedene Zwecke alles beide.

Warum ist das jetzt ein Problem? Ich werde mal noch mehr zum Thema Weichmacher schreiben, an der Stelle nur oberflächlich: Weichmacher migrieren vor allem bei fettigem Inhalt (Wurst in Sturzgläsern, zum Beispiel, Pesto…) in den Glasinhalt, auch Säure und Hitze löst sie aus den Beschichtungen. Und damit gelangen sie dann auch in uns. Das ist jetzt nichts, was bei mir Panik auslösen würde (aber vermeiden will ich es schon, soweit ich es in der Hand habe). Die Welt ist voll von dem Müll, den der Mensch halt nun mal produziert hat, und der wurde produziert, um irgendwelche kuriosen Bedürfnisse zu stillen, die man sich so einreden hat lassen. Also irgendwie… insgesamt selbst schuld.
Aber wir sehen das nicht, und wenn es uns mal kurz jemand sagt, gibt es einen Schreckmoment. Und fünf Minuten später nehm’ ich doch wieder das Auto statt das Rad, weil’s angeblich immer schnell gehen muss. Und wenn ich mich dann über mich selbst ärgere deswegen, macht es mich auch nicht gesünder. Also lass’ ich das mit dem ärgern lieber gleich und versuche mich in kleinen Schritten.
Zurück zu den Weichmachern: die würde man nicht unbedingt freiwillig zu sich nehmen wollen. Ich weiß nicht, ob es für alle gilt, aber manche davon sind so genannte “endokrine Disruptoren”. Das heißt, sie tun in unserem Körper so, als ob sie Östrogene wären. So wie ich es verstehe, haben manche (BPA zum Beispiel) eine kurze Halbwertszeit, sie rauschen relativ schnell durch den Körper wieder raus, und andere lagern sich an Leber und Nieren an. Ich werde da aber mal noch mehr nachlesen, gefährliches Halbwissen braucht ja kein Mensch!

Die neuen Deckel mit dem blauen Ring jedenfalls kommen scheinbar ohne Weichmacher aus. Die Ringe sind Mischungen aus einem Thermoplastischen Kunststoff, zum Beispiel Polypropylen, und einem Elastomer, zum Beispiel der Stoff mit dem wunderbaren Namen “Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk”, bei dem es sich um einen synthetischen Kautschuk (Basis: petrochemische Rohstoffe) handelt. Der Ring ist also nicht aus Silikon, was ich mal vermutet hatte.

Auf der Website der Fima Actega ist über den blauen Ring zu lesen:

Die wichtigsten Merkmale von PROVALIN®

Ohne PVC
Ohne die für PVC typischen Weichmacher, daher kann auch kein Weichmacher migrieren
Migrationsgrenzwerte auch am Ende der Haltbarkeit von ölhaltigen Lebensmitteln gewährleistet
Pasteurisationsfähig
Sterilisationsfähig
Kaltabfüllung
Optimiertes Öffnungsverhalten der Verschlüsse
Gesichertes Vakuum

Hmhm. Ich vermute, dass es rein vom gesundheitlichen Aspekt und kurzfristig gedacht besser für mich ist als ein Deckel mit PVC-Dichtung.
Langfristig sind Schraubdeckel wohl einfach nicht die optimale Lösung, genau wie Dosen.
Bei den Gummiringen von Weckgläsern steht übrigens drauf “Das Erzeugnis ist unter Verwendung von Naturkautschuk hergestellt.”, ich versuche mal, mehr drüber rauszufinden.

Wie auch immer, “nicht verrückt machen, möglichst wenig Müll produzieren und den jetzt schon sehr sonnigen Tag genießen” könnte ein guter Rat sein für heute!